Symptome von Parodontitis
Welches sind die
Anzeichen von Parodontitis?
Der Beginn einer Parodontitis ist für die Betroffenen schwierig zu erkennen.
Das erste Alarmzeichen für Gingivitis oder Parodontitis ist blutendes Zahnfleisch
zum Beispiel beim Zähne putzen. Zwischen Zahnoberfläche und Zahnfleisch
vertieft sich die normalerweise nur 1 – 2 mm tief sondierbare Furche um
mehrerer Millimeter. Mit der Zeit entstehen entzündete, infizierte Zahnfleischtaschen.
Weitere Symptome sind Rötung und Schwellung des Zahnfleisches, Mundgeruch,
eitrige Abszesse und Schmerzen. In fortgeschrittenen Fällen bemerken die
Patienten eine Lockerung, eventuell eine Verschiebung der Zahnstellung sowie
Schwierigkeiten beim Kauen.
Bei der parodontalen Untersuchung in der zahnärztlichen Praxis werden diese
Anzeichen als Befunde gemessen: Die Blutung mit dem Blutungstest, die Taschenbildung
mit einer Taschensondierung in Millimetern und die Zahnlockerung mit der Zahnbeweglichkeitsmessung.
Der Knochenabbau wird mit Röntgenaufnahmen aller betroffenen Zähne
dokumentiert. Die erhobenen Werte dienen einerseits der Diagnose und sind Voraussetzung
für den Behandlungsplan. Andererseits braucht sie der Zahnarzt zum späteren
Vergleich mit den Befunden bei Abschluss der Behandlung und während der
unterstützenden Nachsorge.
Wer hat Parodontitis?
Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, gehören Gingivitis und Parodontitis
zu den häufigsten Krankheiten des Menschen überhaupt. Schon bei 20-jährigen
Schweizer Rekruten beträgt die Häufigkeit des Gingivitisbefalles um
90 %. Bei den über 40-jährigen Schweizern ist die Parodontitis die
häufigste Ursache für den Zahnverlust. Ein gesundes Parodont ist deshalb
für die Zahnerhaltung von fundamentaler Bedeutung.
Welches sind die Folgen von Parodontitis?
Eine unbehandelte Parodontitis führt über kurz oder lang zum Zahnverlust
mit allen negativen Konsequenzen für die Ästhetik, die Kaufunktion
und den aufwändigen Zahnersatz. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen
zudem, dass die häufig über mehrere Jahrzehnte dauernden chronischen
Entzündungen des Zahnfleisches zu einer allgemeinen Schädigung von
Blutgefässen führen können: Parodontitispatienten leiden wesentlich
häufiger unter Herz- und Kreislauferkrankungen als Menschen mit gesundem
Zahnfleisch: Das Herzinfarkt- und Hirnschlagrisiko ist 4-6 fach erhöht.
Schwangere haben häufiger Komplikationen (Frühgeburten). Bei Diabetikern
ist die Diabeteskontrolle erschwert. Es geht also nicht nur um die Erhaltung
der Zähne sondern auch um die Gesundheitsvorsorge im Allgemeinen.
Wie kann Parodontitis verhütet
werden?
Ohne bakterielle Zahnbeläge entstehen weder Gingivitis noch Parodontitis.
Die Grundlage der erfolgreichen Mundhygiene ist die Reinigung aller Zahnoberflächen
mit der Zahnbürste und Zahnpasta. Entscheidend ist die exakte Reinigung
der Zahnzwischenräume. Dafür ist die Verwendung zusätzlicher Hilfsmittel
notwendig. Je nach Grösse der Zahnzwischenräume und Zahnstellung kommen
Zahnseide, Zahnhölzchen oder kleine Zahnzwischenraum-Bürstchen zum
Einsatz. Die korrekte Anwendung dieser Hilfsmittel muss unter Anleitung von zahnmedizinischem
Fachpersonal individuell geübt werden. Da eine perfekte Belagsentfernung
zuhause häufig nur schwer erreichbar ist, sind regelmässige Kontrollen
in der zahnärztlichen Praxis nötig. Bei diesen Kontrollsitzungen wird
neben den Zahnbelägen immer auch der Zahnstein entfernt, welcher sich aus
liegen gebliebenen Zahnbelägen und Mineralstoffen des Speichels gebildet
hat. Der Patient lernt, in welchem Gebissabschnitt seine eigenen Bemühungen
noch nicht genügend erfolgreich waren. Vorbeugen ist besser und bedeutend
billiger als heilen!
Bildlegende
Abb. links: Das durch ungenügend entfernte Bakterienbeläge stark entzündete
Zahnfleisch blutet bei leichtem Berühren mit einer stumpfen Sonde: Die Diagnose
ist klar: Schwere interdentale Gingivitis!
Abb. rechts: Nach zweimaliger professioneller Reinigung bei der Dentalhygienikerin
und Instruktion einer korrekten Zahnputztechnik für die Zahnzwischenräume
reagiert das Zahnfleisch bei gleicher Berührung OHNE BLUTEN = GESUND.